Der DNJV-Preis

Der DNJV-Preis

Mit unserem Preis würdigt die DNJV herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der deutsch-nordischen Rechtsbeziehungen. Der Preis wird regelmäßig (etwa alle zwei bis drei Jahre) ausgeschrieben, und wir veröffentlichen eine Ausschreibung zur Einreichung von Arbeiten über die juristischen Fakultäten unserer Mitgliedsländer. Eine unabhängige Jury aus qualifizierten DNJV-Mitgliedern begutachtet alle eingereichten Werke und gibt ihre Empfehlungen ab, wobei die finale Entscheidung über die Preisvergabe vom DNJV-Vorstand getroffen wird. Der Gewinner erhält einen Geldpreis und eine Einladung zu unserer nächsten Konferenz, um seine Arbeit in einem Vortrag vorzustellen.

Frühere Preisträger

Im Jahr 2023 wurde der Preis der DNJV Herrn Torvald Larsson für seine Arbeit “Domstolsprövning av förvaltningsbeslut – Svensk, dansk och österrikisk rätt i komparativ belysning” (Deutsch: „Überprüfung von Verwaltungsentscheidungen – schwedisches, dänisches und österreichisches Recht in vergleichender Betrachtung“) zuerkannt. Bei der in schwedischer Sprache verfassten Arbeit handelt es sich um eine Dissertation, die der juristischen Fakultät der Universität Lund im Jahr 2021 vorgelegt worden war. 

Torvald Larsson hat in herausragender Weise die Systeme für die gerichtliche Überprüfung von Verwaltungsakten in Schweden, Dänemark und Österreich untersucht und sich dabei umfassend mit der aktuellen Rechtslage und den rechtskulturellen Hintergründen der jeweiligen Gesetzgebung in Schweden, Dänemark und Österreich auseinandergesetzt. Hauptziel seiner Arbeit war es, zu untersuchen und erklären, wie die drei Rechtssysteme bestimmte Interessen und Funktionen ausbalancieren: einerseits das Prinzip des effektiven Rechtsschutzes sowie die Notwendigkeit einer unabhängigen gerichtlichen Kontrolle der Verwaltung, die für die Überprüfung von Verwaltungsakten sprechen, und andererseits die Zuständigkeit und Spezialkompetenz der öffentlichen Verwaltung sowie die verfassungsmäßige Gewaltenteilung, die eher eine Begrenzung der Überprüfungsmöglichkeiten von Verwaltungsakten nahelegen. Dies geschieht durch eine Analyse der rechtlichen Regeln und Grundsätze für die Zulässigkeit einer gerichtlichen Überprüfung von Verwaltungsakten, sowie des Umfangs, der Tiefe und der Rechtsfolgen einer solchen Überprüfung in den drei Ländern. Das schwedische Verwaltungsgerichtsverfahren wird oftmals als “anders” beschrieben. Die Arbeit untersucht daher auch, inwieweit sich das schwedische System im Vergleich zum dänischen und zum österreichischen System unterscheidet und wie die Unterschiede und Ähnlichkeiten erklärt werden können. Nicht zuletzt durch die ausführlichen Beschreibungen der Eigenheiten und Rechtskulturen der drei Länder trägt seine Dissertation zu einem größeren gegenseitigen Verständnis für das jeweilige Verwaltungsverfahrensrecht bei und verwirklicht damit den Satzungszweck der DNJV in herausragender, preiswürdiger Weise.

Der Preis wurde auf der Frühjahrstagung der DNJV 2024 in Sønderborg verliehen.

2020 wurde der Preis Herrn Johan Schrader für seine Arbeit “Gesundheitsvollmacht als Vertrauensakt” zuerkannt. Bei der Arbeit handelt es sich um eine Dissertation, die der juristischen Fakultät der Universität Göttingen im Wintersemester 2019/2020 vorgelegt wurde. 

Johan Schrader hat in seiner Arbeit in herausragender Weise die Funktion und Ausgestaltung der Gesundheitsvollmacht und des zugrunde liegenden Vorsorgeverhältnisses, die mögliche Konzeption als Vertrauensakt und die damit verbundenen Fragen nach den Aufgaben und Ermessensspielräumen des Gesundheitsbevollmächtigten sowie nach dem Vertrauensschutz des behandelnden Arztes untersucht. Johan Schrader hat sich dabei umfassend mit der Rechtslage in Schweden und Deutschland auseinandergesetzt. Ihm ist es nicht nur gelungen, eine Arbeit von hohem wissenschaftlichen Wert, sondern auch eine praktisch bedeutsame Arbeit zu verfassen.